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marco · January 16, 2011 · Allgemein · 3 comments

Manchmal ist es gut, wenn man ein bisschen spinnt.

So ging ich spontan einer Einladung nach und habe einen gespunnenen Kurztrip nach Tokyo eingelegt. Mal eben so fürs Wochenende halt. Total krank.

Tokyo, ob nun lang oder kurz, aber immer eine Reise wert.
Und da diesmal in lokaler Begleitung, der unnachahmlichen Helene Fox, wurden mir ganz neue Facetten vorgeführt. Zum Beispiel ein Restaurant wo alles für 270 Yen erhältlich ist. Und bestellt wird mit einem Gerät, das aussieht wie ein Ipad. Dort wählt man die Wünsche aus, in unserem Fall ein paar Chicken BBQ Spiesschen, wählt noch die Sauce dazu und schick die Bestellung ab. 8 Minuten später ist das gebratene Huhn auf dem Tisch (ja, ganz schweizerisch habe ich das gemesen).

Da nur in japanisch vorhanden und erklärt, ist es schwierig für einen Touristen sich in einem Pachinko zurecht zu finden. Pachinkos sind die japanische  Spielhallen. Diesmal wurde mir das Ganze jedoch erklärt vorgeführt. Unter anderem landete ich in einer Fotozelle, so wie etwa in der Schweiz die Passfotomaschinen, und wir wurden wild geblitzt und abgelichtet. Ganz japanisch kriegt man auf dem Foto etwas grössere Augen aufgesetzt und alles ist kunterbunt und knallig. Zum Schluss darf man sein Werk nach belieben verzieren und korrigieren. Heraus kommt in etwa sowas:

Drogen sind zwar in Japan verboten, aber irgendwie ist man in diesem Land trotzdem wie im Dauerrausch.

Als bekennender Fan von Luna Parks, war dies der eigentliche Hauptgrund für den Ausflug nach Tokyo. Disneyland stand auf dem Programm. Oder um die Sache noch etwas zu präzisieren, Disneysea!
So waren wir für einen Tag mal wieder ganz Kind. Wir tummelten in den Träumen der Unverdorbenheit umher. Wir erforschten das mysteriöse verschwinden von Dr. Stevens  in seinem Tower of Terror, wo sich ein böser Geist sich an dessen Lift zu schaffen machte und uns mehrere Stockwerke in die Tiefe rasen liess. Wir begleiteten den wagemutigen Captain Davis in seiner Machine und flogen durch einen Sturm und wurden so zu Stormriders. Wir machten uns auf zum Mittelpunkt der Erde, erkundeten mit dem U-Boot die Tiefsee und besuchten das Schloss von Triton. Und irgendwo dazwischen gabs mal noch einen 360 Looping mit Indiana Jones.

Scheisse ja, zwischendurch muss so ein kindlicher Ausraster mal drin liegen. Das Leben wird ja sonst schon oft so ernst gepredigt.

Auch meinen anderen, verpassten Ziel kam ich nach. Beim ersten Besuch durch den Massenauflauf an Touristen verdorben, schaffte ich es diesmal in den Sensoji Tempel. Obwohl diesmal genau gleich überfüllt, liess ich es mir nicht nehmen, eines dieser berüchtigten, wahrsagenden Lose zu ziehen.

Funktionieren tuts so, dass man 100 Yen in eine Schlitz lässt, die dort herumstehende Büchse nimmt, diese mit den etlichen Stäbchen darin schüttelt, die Büchse danach dreht und so durch ein passendes Loch eines der Stäbchen heraus kommt. Auf dem holzigen Stäbchen ist eine Nummer. Zur passenden Nummer gibt es an einer Wand mit etlichen Schubladen, eine passende.

Dort drin befindet sich die eigene Zukunft.

Man sagt, dass die Wahrsagung des Tempels sehr streng sei und oft nicht gut ausfalle. Sollte man Opfer werden einer schlechten Voraussagung, kann man das Los an eine bestimmten Platz anbinden und so im Tempel lassen, in der Hoffnung, dass es nie eintreffen würde.

Ich schüttelte also den Blechbehälter und zog das Stäbchen mit der Nummer: 九十六, 96

Und hier das Resultat:

Best Fortune!!!

Quasi das beste was man ziehen kann!

Gerne nehme ich diese Wahrsagung an und hoffe, dass sie auf meine Lebensbegleiter auch etwas abfärbt.

Nun wird ein paar Stunden hier zurück in Beijing geschlafen, bevor dann der Flieger der Air France bereit steht mich in die Schweiz zu tragen.

Wie war da die Adresse für Vielflieger zur CO2 Abgabe wo man was spenden kann nochmals?

3 Comments:
  1. https://www.myclimate.org/

    Dein Flug verursachte rund 4 Tonnen CO2 und kostet dich läppische 140.-
    Entleere doch präventiv schon mal deine Portokasse auf: 87-500648-6

    PS kannst du von den Steurn abziehen und erleichtert ganz nebenbei dein 4 t schweres gewissen.

    Löni · January 17, 2011
  2. “… irgendwie ist man in diesem Land wie im Dauerrausch.”
    Das triffts auf den Punkt!

    Liebe Grüsse & bis bald – freue mich sehr, dass du kommst,
    Corinne

    Corinne · January 17, 2011
  3. “…*It’s good to make a travel. *Both marriage and employment are good”
    Das erste ist ja schon eingetroffen…

    Das Pachinko Bild ist der brönner. Total nipponized!

    Bis bald & kanpai
    Simon

    Hefti · January 18, 2011

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