100

marco · October 16, 2010 · Allgemein · 4 comments

Der 100. Blogeintrag kommt aus Japan, gloubsch?
Ich gratuliere mir!
Viele Dank!

Nach einer tanzreichen Nacht zu Musik von weltklassen djs, die in Europa sofort zu Weltstars würden, in Tokio aber bescheiden bleiben, ging es per Shinkansen mit gegen die 300 Sachen Richtung Alpen.

Vorher zu Besuch bei Fuji welcher sich von allen Seiten von seiner Besten gezeigt hat. Da die Situation es nicht erlaubt hat ihn zu besteigen, erkundigten wir die Gegend per Fahrrad.
Mit Satteln ausschliesslich für Japaner gemacht, ging der Ausflug nicht in die Wadli, dafür umso mehr in die vernachläsigte Po-muskulatur.


Das ÖV-system japans absolut eindrücklich. Womit die schweizer Werbung machen, ist effektiv hier möglich; die eigene Uhr nach dem Fahrplan der Züge zu richten. Pingelig genau schliessen die Türen auf die Minute. Ist ein Zug 15 Sekunden zu spät, muss der Lokführer einen Rapport schreiben.

Im idylischen voralpen Kaff Takayama begann unsere Zeit der Tatamis-matten. Seit jenem Dorf haben wir auf nichts anderem mehr gepennt. Da ich privat ebenfalls im Besitz einer solchen bin, geniesse ich seither ein Schlaf wie im eigenen Bett.
In Takayama traffen wir auch auf etwas alt bewährt und bekanntes. Lauben, wie man sie sonst nur in Bern antrifft.

Yake Dake.
Was der Name meiner Ente sein könnte, ist in der Tat ein Vulkan. Der noch aktive Zuckerstock ist in Gebiergstal von Kamikochi zu Hause. Dort hat er zuletzt im Jahre 1952 gewütet. Gemäss Legende hat er alle 50 Jahre einen Wutanfall.
Jedenfalls hat er bei unserer Erklimmung aus jedem Loch gepfiffen. Wahrhaftig. Wo man zuerst dachte, da rauscht ein Wasserfall vor sich hin, stellte sich heraus, das es Schwefel war, dass druckvoll aus Löcher gedrückt wurde. Tolkiens Mordor wurde einem unweigerlich in Erinnerung gerufen.
Yake Dake jedoch blieb ruhig und liess uns die atemberaubende Aussicht auf seiner Spitze in der schreibgeschützten Erinnerung ablegen.


Nach einer Nacht in der Tatamis verzierten Alphütte sind wir, erneut per Hochgeschwindigkeitszug, über Kyoto nach Nara gereist. Eine Stadt mit bescheidenen 13 Weltkulturerben.
Eindrücklich wie sich die Tempelanlagen und Pagoden im Park perfekt in die waldige Umgebung einmischen. Als wären sie mit der Zeit ein Teil davon geworden. So wirkt auch der mächtige Buddha im grössten Holzgebäude der Welt, wie der freundliche Gastgeber von nebenan.
Und überall hat es Rehs. Wo sie bei uns schon beim Erblicken aus der Ferne scheu in die Wälder flüchten, spazieren sie in Nara gemütlich mit einem durch den Park. Daran ändern auch abertausende von Touristen nichts. Als quasi heiliges Tier Japans, laufen sie in Nara auch nicht Gefahr auf dem Teller zu landen.

Die Ente bisher auch völlig aus dem Nest. Was in Shanghai noch eine Sensation war, ist hier alltäglich. Gar das Bistro am Fusse der Alpen hat eine hochfunktionale Toilette mit heheiztem WC-Ring.
Die WC Lektüre hier für einmal nicht irgend ein Schmudelblatt, sondern die Gebrauchsanleitung fürs Plumpsklo.

Jetzt in Kyoto, wo es noch ein paar Welterben mehr zu begutachten gibt. Nur gerade deren 17.
Die Sehenswürdigkeiten hier sind kompakt, wie eine geflochtene Tatamismatratze.

4 Comments:
  1. Von Mordor über die Alpen nach Kyoto, klingt abenteuerlich! Aber hey, was ist den mit all den Löt-Geschichten?! In deinem 100sten Blogeintrag kommt weder das Wort "Bar" noch "Drink" vor?! Ize bine es bitzeli verwirrt….

    Remo · October 17, 2010
  2. Hmmm, vielleicht ist mein Gehirn durch die kühlen Temperaturen ja etwas eingefroren, oder du wirst in Japan etwas übermütig, oder weshalb gibt bei dir 46 + 49 = 100 ??

    Anonymous · October 19, 2010
  3. 100stポストへのお祝い

    So long.

    Löni · October 19, 2010
  4. Dank gilt den aufmerksamen Lesern.
    Japan verlockt zweifelsohne zu Uebermut. Und trotzdem ist es wahrhaftig so, dass ich hundert geschrieben habe. Einige davon sind lediglich nicht oder nicht mehr online.
    Arigato go zai mas.

    Der Autor · October 20, 2010

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